Texterella

Freitag, 8. Februar 2013

Im Rausch der Sinne.

Es ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Wie der tägliche Spam in der Mailbox. Oder Hüftgold nach Weihnachten: Omas letzte Plätzchen sind noch nicht verspeist, die letzte Silvesterrakete noch nicht verglüht – schon ist mein Postfach voller Frühjahrs- und Sommermode! Und während draußen die Welt noch zwischen Watteweiß und Matschgrau changiert, so schillert doch zumindest mein Posteingang in den wunderbarsten Farben. Präsentiert an wahren Langbein-Wundern und sanft gebräunten Beach-Blondinen, versteht sich ... ähm, wo war noch gleich das Anmeldeformular fürs Fitness-Studio?

Machen wir es kurz: Dieser Sommer wird bunt. Ziemlich schrill. Und auffällig. Stilbruch ist quasi der neue Stil und Geschmacklosigkeit der neue Geschmack. Oder so in der Art zumindest. Der Sommer präsentiert sich in einem wilden Mix von Farben, Mustern, Materialien, gewagt ist gar kein Ausdruck: Orange zu Pink, Blockstreifen zu Blumen, Polka Dots zu Karo – erlaubt ist was gefällt. Ein bisschen Drama, ein bisschen Diva, ein Touch Bohème, Hauptsache nicht langweilig. War der Winter in elegantes Creme, Camel, Caramel getaucht, so ist der Sommer ein einziges Feuerwerk.

Mode frei Schnauze, also? Yep. Aber Achtung: Nur für Könner! Stilbrüche sind ja quasi die Königsdisziplin für Fashionistas. Ein wahrer Balanceakt modischen Feingefühls – denn zwischen schaurig und schön liegt hier nur Haaresbreite ...

Wem diese Gradwanderung zu waghalsig ist, der kann es aber auch schlichter haben: Puristische Schnitte, starke Farben, klare Linien. Kein Schnick, kein Schnack – dafür edle, schmiegsame Stoffe. Einfach kann so schön sein! Die weit schwingende Hose, der fließende Rock, das schmale Kleid – weniger ist definitiv mehr. Wenn dieser modische Minimalismus doch nur nicht so schrecklich ... langweilig wäre! Fun-Faktor? Vergiss es! Das ist Mode wie für Frau Kaiser: abgesichert, risikolos, dafür mit Schutzbrief. Und dabei völlig spaßbefreit.

Nein, ich wandle dann doch lieber näher am Abgrund. Wähle schräge Kombinationen, schrille Farben, ein Accessoire, das Schmunzeln lässt. Mich soll Mode unterhalten, erheitern, berauschen. Auch wenn es dann manchmal einen Kater gibt. So what! Denn wie heißt es so schön: No risk, no fun – und das gilt auch für die kommende Sommermode.

Und für mich. Sowieso! ;-)

(Die Kolumne habe ich im Januar 2011 geschrieben und gerade eben wieder zufällig ausgegraben. Könnte irgendwie immer noch gelten. ;-))

# 8. Februar 2013 um 13:06 Uhr

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